Modellbau für Flugzeuge

Flugzeugmodellbau ist ein faszinierendes Hobby, denn gerade bei Jugendlichen wird dadurch nicht nur das handwerkliche Geschick gefördert, sondern auch das technische Verständnis für Aerodynamik und Flugeigenschaften der Flugzeuge sowie Geschicklichkeitstraining beim Flug mit der Fernsteuerung geweckt, ganz

abgesehen vom mathematischen Verständnis für die Berechnung von Tragflächenprofilen oder anderen technischen Details. Natürlich sind die Väter oft ebenso passioniert wie Söhne, während die Frauenwelt bei den häufig auf der Heide im Grünen oder Wiesen und Feldern stattfindenden Flugtreffen von Modellbauclubs strickenderweise dem bunten Treiben zuschaut. Wenn dann der Elektromotor der Marke Eigenbau sirrt und der Motorsegler oder sogar Doppeldecker vor den Augen des Publikums davonschwebt, steuert der Hobbykonstrukteur mit stolzgeschwellter Brust sein Flugzeug bei Sonnenschein gen Himmel. Viele Stunden Kleinarbeit mit Balsaholzteilen, Flächenbespannung aus befeuchtetem Stoff, der Einbau eines Motors, das Ausbalancieren des Schwerpunktes und natürlich das Finish mit dem richtigen Anstrich und der Flugnummernkennung füllen die Abendstunden des Hobbybastlers.

Wer mit dem typischen Geräusch von Säge, Hobel und Feile aufgewachsen ist und den eigenen Vater in der Küche bastelnd erlebt hat, wird sich natürlich auch gern an die Treffen im Kreise des Vereins erinnern, wenn die Frauen den selbstgebackenen Kuchen auspacken und die Männer in den Räumen eines JVC oder Kolpinghauses ihre originalgetreuen Nachbauten historischer Kampfmaschinen wie die Junkers JU 87 B2 Stuka, des Kampfflugzeuges aus dem zweiten Weltkrieg, das bis zu vier Bomben bis 500 kg unter dem Rumpf transportieren und sogar im Sturzflug abwerfen konnte oder eine Bölkow Junior oder eine historische Focke Wulf oder ME 109, einen Tiefdecker und sogar verschiedene Hubschraubermodelle ausstellen.

Die Bausätze gibt es inzwischen in zahlreichen Bastelgeschäften und Fachmärkten zu kaufen und auch der online Handel bietet viel Auswahl an. Als Anfänger und für kleinere Kinder als Spielzeug und zum Ausprobieren empfiehlt es sich mit einem schlichten Modell nach Zeichnung anzufangen, das eventuell noch mit einem Gummizug hinter dem Propeller von Hand loszulassen ist, um erst einmal überhaupt einen Eindruck für die Flugeigenschaften zu bekommen. Wer dann auf Dauer Spaß am Selberbauen hat, sollte sich über die Baukästen, Motoren und Fernsteuerungen einen Überblick verschaffen, bevor er sich ins Vergnügen stürzt. Manche Baukastenhersteller bieten auch Modelle mit vorgefertigten Teilen und dem Zubehör an, sodass der Bastler lediglich die Fertigstellung in die Hand nimmt und weiss, das das Flugzeug auf Flugtauglichkeit bereits getestet wurde.

Für den fachlich interessierten Modellbauer gibt es eine Reihe interessanter und aktueller Literatur zum Thema Modellbau, während sogar auf manchen Handelsplätzen noch alte Modellbau- Leistungsabzeichen aus der Nachkriegszeit gehandelt werden. Auch den Künstlern unter den Flugmodellbauern stehen heutzutage alle Möglichkeiten offen, ihre Flugzeuge mit Airbrush richtig stilecht zu bemalen. Was könnte ein Fliegerherz mehr erfreuen als ein originalgetreu nachgebautes Flugzeug, das voll flugtauglich ist.