Modelleisenbahn
seinem Spieltrieb ungehemmt und unkritisiert nachgeben darf. Die simpelste Modelleisenbahn besteht aus einem Gleisoval, einer Lokomotive und einigen Wagen.
Je nach Wunsch kann die Lok durch eine Aufziehmechanik oder einen Elektromotor angetrieben werden. Im letzteren Fall sorgt eine Batterie für die Stromversorgung, wenn die Energie nicht über einen Transformator geleitet wird. Ausgehend von dieser Kernzelle kann sich die Modellbahn entwickeln. Die entscheidenden Fragen lauten: Wieviel Zeit und Geld will man investieren und wieviel Platz steht zur Verfügung? Sicherlich kann es ganz unterhaltsam sein, die Schienen immer wieder neu auf dem Fußboden zu arrangieren, Gebäude und Landschaftsteile in immer neuen Varianten einzusetzen.
In der Praxis wird aus der Modelleisenbahn meist eine fest auf einer Platte installierte Anlage. Hier stellt sich die Grundsatzfrage, worauf der Modelleisenbahner mehr Wert legt - auf die Anlage als Gesamtheit oder auf die einzelnen Fahrzeuge. Steht die Anlage, die Nachbildung des Eisenbahnverkehrs, im Vordergrund, wird meist zu einem kleineren Maßstab gegriffen. Im Gegenzug gilt: Je größer das Modell, desto mehr Details und größere Authentizität, allerdings braucht eine solche Anlage auch wesentlich mehr Platz. Es gibt im Bereich der Modelleisenbahn mehr als ein Dutzend Baugrößen, die zwischen den Maßstäben 1:32 und 1:220 angesiedelt sind. Am gängigsten sind die Baugrößen H0, Maßstab 1:87 und N, Maßstab 1:160. Eine Modelleisenbahn besteht nicht nur aus Schienen, Lok und Wagen.
Erst Signalanlagen, Weichen und Kreuzungen machen die Anlage interessant. Und weil die Eisenbahn nicht von der Umgegend zu trennen ist, gehören Bahnhof, Häuser, Figuren, Landschaft oder Bahnbetriebsanlagen wie ein Lokschuppen oder eine Bekohlungsanlage ebenso dazu. Eine Einteilung in verschiedene Epochen macht es dem Modelleisenbahner leichter, historisch und atmosphärisch stimmige Gesamtanlagen zu bauen. Die Elektronik hat auch bei der Modelleisenbahn Einzug gehalten. Einerseits kann so der Verkehr auf der Anlage kontrolliert werden. Andererseits wird das "Spiel" immer realistischer. Rauchgeneratoren für Dampfloks, wirklichkeitsgetreue Fahrgeräusche oder imitierter Funkenregen an einem Stromabnehmer gehören zu möglichen Feinheiten.
